Wie kauft man ein tolles Auto zu einem tollen Preis?

Man lege sich ein Budget fest.

Wenn nur ungefähre Budgetvorstellungen herrschen („das kommt drauf an“), empfehle ich den unteren Rahmen zu wählen und noch einem vielleicht 30% abziehen.

Dann wähle man…


die Grobkriterien für ein Wunschauto.

In dem Auftrag für unser Ehepaar hatten wir „bequemer hoher Einstieg“ und „Automatik“ als wichtigste Merkmale festgestellt. Zusätzlich kamen noch softe Kriterien wie „eher Luxus als Grundausstattung“, „souverän“, „praktisch mit umlegbaren Rücksitzen“, „Sicherheit“. Und auch Ausschlußkriterien: „keine kastigen Vans“ (SIE), „keine Sparbüchse“ (ER).

Anschließend Autos, Herstller und Typen die nicht in Frage kommen anhand von ersten Suchergebnissen über Gebrauchtportale auschließen.

Man schließe beliebte Autos aus dieser Vorauswahl aus.

Alles was gebraucht beliebt ist wird aussortiert. Golf, A-Klasse, Astra, Focus, Passat, Touran, Zafira, Scenic & co raus.

Man schaue sich die „Exoten“ näher an.

  • Große japanische & französische Limousinen mit V6 Benzinern, Mazda Xedos 9, Nissan Maxima, Peugeot 607, Citroen XM , Renault Vel Satis, Renault Safrane. Oder wie wärs mit dem Volvo S80 oder auch dem Omega V6?
  • Große Vans mit Benzinern (auch gerne Automatik), Espace V6, Galaxy V6, Honda Shuttle, C8 / 806 / Ulysse / Phedra
  • V8 Luxuslimousinen, japanische V6 Sportcoupés, Mittelklassesäufer usw.

Man nehme sich den der üblicherweise am längsten bei den Händlern steht und suche sich ein paar Kandidaten aus und besuche am liebsten private Verkäufer die gerade beim Autokauf einen Schock bei dem Inzahlungsnahmeangebot bekommen haben und nun versuchen ihr Auto selbst zu verkaufen.

Aber auch Händler haben solche „Kröten“ auf dem Hof, manchmal ist es nur die falsche Farbe. Eine Bekannte erzählte mir von ihrem frisch erworbenen Vel Satis 3,5 V6 Bj 2003. Der stand sage und schreibe ein ganzes Jahr beim Händler und ist im Laufe dieser Zeit über 10.000 Euro billiger geworden.

Die Verhandlungstaktik.

Mehrere Autos im Auge behalten und Kaufinteressen bekunden.

Cool bleiben, das Auto nicht gleich kaufen. Sanft und freundlich mitteilen, daß man höchstens soundsoviel für den Wagen zahlen möchte. Auf keinen Fall herablassend sein. Der Verkäufer kann diese Summe beim ersten Mal nicht ohne Gesichtsverlust akzeptieren. Falls man spürt, das der Verkäufer um jeden Preis den Wagen loswerden will, kann man das abgezählte Geld unter die Nase halten.

Ansonsten höflich gehen und nach ein paar Tagen anrufen.

Erfahrungen

Mit dieser Taktik habe ich schon zweimal ein Auto für ein Drittel des Angebotspreises gekauft, das erste Mal ging sofort über die Bühne, mit einem Seufzer nahm der Verkäufer das abgezählte Geld, beim zweiten Mal hat es fast 5 Wochen gedauert. Der Händler rief immer mit wieder mit einem erneut heruntergesetzten Angebot an und ich teilte ihm immer wieder mit, daß ich leider höchsten soundsoviel nur ausgeben kann. Ursprünglich hatte ich eigentlich nicht erhofft diesen Wagen übheraupt zu bekommen – ich konnte wirklich nicht mehr Geld ausgeben. Aber nach dem dritten Anruf entschied ich mich mit einem Umschlag abgezählten Geld ihn zu besuchen und siehe da, auch er seufzte tief und holte den Kaufvertrag aus der Schublade.

Bei dem nächsten Autokauf stieg ich bei knapp 40% des Kaufpreises ein, es war eine runde Summe und der Verkäufer schlug spontan zu meiner Überraschung ein. Der Wagen war aus einer Konkurmasse eines anderen Händlers übernommen. Allerdings zählte er dann ein paar Dinge auf, die für den TÜV gemacht werden müssen, Motorinspektion usw. Ich mußte grinsen, weil ich meinen Verhandlungsmeister gefunden hatte. Allerdings war auch zu deutlich, daß ich gerne früher als später den Wagen haben wollte.

Eine andere interessante Taktik ist von einem Vel Satis Verkaufer bei Ciao beschrieben worden und wir werden diese für unser Ehepaar ausprobieren. Der Händler vor Ort hat kein Modell mit diesem Motor. Also kann er auch kein Geld verlieren, wenn er für uns tätig wird und zu einem Höchstpreis ein gewünschtes Auto von einem anderen Händler besorgt. Er verdient an uns falls er unter dem Preis einkauft, aber am meisten interessiert ihn uns als regelmäßige Kunden zu gewinnen.

Diese Taktiken funktionieren auch bei Modellen, die vielleicht ein wenig gängiger sind, aber eben mit großen Benzinern ausgestattet sind. Bei manchen Modellen funktioniert das merkwürdigerweise nicht, obwohl die Wagen viel günstiger sein müßten, weil sie ja keiner haben will. So vermute ich, daß VW den Phaeton künstlich im Gebrauchtgeschäft stützt (oder gestützt hat) um den „offiziellen“ Wiederverkaufswert hochhalten. Anzeichen für eine solche Phaeton-Taktik erkennt man auch daran, daß die Autotypen praktisch nur über Markenhändler und Niederlassungen angeboten werden, selten oder nie über private Verkäufer oder unabhängige Händler.

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2 Antworten zu „Wie kauft man ein tolles Auto zu einem tollen Preis?“

  1. Klaus Henrich sagt:

    Das ist wohl alles nur hypotetisch, oder ?!

  2. morsch sagt:

    Wieso hypothetisch? Die beschriebenen Erfahrungen in der Reihenfolge: Opel Omega GSI 3000, Citroen XM 2.0, Mazda MX-6.

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